Von Haus zu Haus mit Tram und Bus blinde und sehbehinderte Menschen können in der Regel den bus, die Tram und
auch die U-Bahn nutzen, natürlich ebenso die S-Bahn und Züge im Nah- und
Fernverkehr. Viele kommen auch ohne Begleiter gut zurecht, weil sie ein
Orientierungs- und Mobilitätstraining absolviert und weil die
Verkehrsbetriebe etwas in die Barrierefreiheit ihrer Fahrzeuge, Haltestellen
und Infosysteme investiert haben und die Stadtverwaltung an kritischen
Punkten nicht mit Bodenindikatoren und akustischen und taktilen
Zusatzeinrichtungen an Ampeln gespart hat. Dennoch stoßen wir alle an die
Grenze unserer Mobilität. Das kann für die besonders fitten  eine
komplizierte Umsteigesituation mit der Querung breiter Straßen und  einer
äußerst unübersichtlichen Verkehrsführung sein oder der Weg von der
Haltestelle zum eigentlichen Ziel. Natürlich kann man sich für die letzte
Meile ein Taxi kommen lassen oder den ganzen Weg im Taxi oder auch mit dem
Behindertenfahrdienst zurücklegen.

In Dresden gibt es jetzt für blinde, sehbehinderte, gehbehinderte und
rollstuhlfahrende Menschen als Angebot der Verkehrsbetriebe einen
kostenlosen Begleiterservice von Haus zu Haus. Es genügt, am Vortag
telefonisch mitzuteilen, wo und wann man abgeholt werden will und wohin man
begleitet werden möchte. Wenn es dann klingelt, steht ein in
Begleitertechniken geschulter und ortskundiger Mitarbeiter oder eine
Mitarbeiterin der Verkehrsbetriebe vor der Tür, um den
mobilitätseingeschränkten Fahrgast an die Haltestelle zu begleiten, mit ihm
bis zur Zielhaltestelle zu fahren und ihn dann zu Fuß an sein Ziel zu
bringen. Und das an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 21 Uhr. Im November
waren die „Lotsen“ 600 mal, im Dezember 472 mal und im Januar 567 mal
unterwegs.

Den Dresdner Verkehrsbetrieben entstehen im wesentlichen nur die Kosten für
die Einkleidung, die Arbeitsmittel und die Netz- und Tarifschulung der
MitarbeiterInnen. Ermöglicht wird der Service in Zusammenarbeit derArge, der
Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden (QAD), der IHK
und den Dresdner Verkehrsbetrieben, die letztlich für die Qualität der
Dienstleistung verantwortlich sind.

Auch die Dresdner wissen natürrlich, dass eine zeitlich uneingeschränkte,
individuelle Fortgewegung zu einer ungehinderten und barrierefreien Teilhabe
am öffentlichen Verkehr gehört. Wenn aber die eigene Mobilität oder das
Budget fürs Taxi nicht mehr reicht, wird der Begleiterservice jedoch gerne
angenommen. Wäre das auch etwas für Ihre Stadt? Reden sie halt einmal mit
Ihrer Bezirksgruppe, Ihrem örtlichen Blinden- und Sehbehindertenverein oder
dem Behindertenbeauftragten darüber. Weshalb soll bei Ihnen nicht möglich
sein, was sich in Dresden bewährt?

Ihr

bbsb-inform

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Telefon Gustav Doubrava 09 11 / 33 45 44
Judith Faltl 0 89 / 68 52 58


Erstellt: 27.02.2008 11:16

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