TÜV Hessen will junge Fachkräfte mit Windel- und Elterngeld anlocken

   Darmstadt (dpa) Im Wettbewerb um die «besten Köpfe» will der
TÜV Hessen junge Fachkräfte und Ingenieure mit Windel-, Kinder- und
Elterngeld anlocken. Dafür hat das Unternehmen das Konzept «Familie
und Beruf» entwickelt, das im Beisein von Sozialministerin Silke
Lautenschläger (CDU) am Mittwoch in Darmstadt vorgestellt wurde. Ab
sofort sollen die Eltern unter den 1000 Mitarbeitern des TÜV Hessen
neben flexiblen Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen auch den Genuss
weiterer Maßnahmen «von der Geburt bis zur Ausbildung» kommen.
«Unseren Mitarbeitern wollen wir alle Möglichkeiten bieten und sie
nach Kräften gerade nach der Geburt von Kindern unterstützen. Wir
wollen unsere qualifizierten Fachkräfte und ihr Know-how an uns zu
binden», sagte Geschäftsführer Falk Börsch.

   Für junge Eltern wurde das «Windelgeld» eingeführt: Der TÜV
übernimmt die Kosten für alle Windeln, die ein Baby in den ersten
drei Lebensjahren benötigt. In der Vergangenheit habe es im Schnitt
pro Jahr 14 Geburten bei TÜV-Mitarbeitern gegeben. Daneben zahlt das
Unternehmen vom dritten Lebensmonat an bis zum Monat der Einschulung
eines Mitarbeiter-Kindes ein «TÜV-Kindergeld» von 50 Euro im Monat.
Derzeit seien 84 Kinder im Vorschulalter zwischen 0 und 6 Jahren. Das
Geld soll als Zuschuss für Krabbelgruppen und Kindertagesstätten
dienen, um einen möglichst schnellen Wiedereinstieg der Eltern ins
Berufsleben zu fördern. Ein Betriebskindergarten sei aufgrund der
dezentralen Unternehmensorganisation mit 1000 Mitarbeiter an rund 70
Standorten in Hessen nicht möglich.

   Nimmt der Beschäftigte Elternzeit, zahlt der TÜV Hessen zwei
Monate lang den Differenzbetrag zwischen Elterngeld und
Nettoeinkommen, das «TÜV-Elterngeld».

   Weitere Punkte sind erweiterte Ausbildungsangebote und eine
Verdoppelung der Studienplätze in den beiden dualen Studiengängen,
die der TÜV Hessen für seine Geschäftsbereiche Auto Service an der
Hochschule Darmstadt und Industrie Service an der Fachhochschule
Gießen-Friedberg unterhält. Außerdem sollen am Ende des Schuljahres
gut 30 000 Viertklässler in Hessen an einer kostenlosen Technik-
Doppelstunde des TÜV teilnehmen. Lautenschläger sagte am Mittwoch:
«Ich bin davon überzeugt, dass Familienfreundlichkeit ein
Erfolgsfaktor für Unternehmen ist.» Der TÜV Hessen mache es richtig.
Das Engagement sorge für mehr Zufriedenheit der Mitarbeiter und wirke
motivierend.


Erstellt: 16.01.2008 17:55

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