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KORR-Inland/Triathlon/Behindertensport/

(Zusammenfassung 1500)

Nach Sportlerwahl-Eklat: Triathlet Stadler bei behinderten Sportlern Von Martina Braden, dpa =

 

   Krautheim (dpa/lsw) - Triathlet Norman Stadler Stadler ist als Wiedergutmachung für seine Aufsehen erregende Kritik am Behindertensport zum 35. internationalen Sportfest für Rollstuhlfahrer in Krautheim erschienen. Damit wollte der Hawaii- Sieger von 2004 am Sonntag seine Solidarität mit behinderten Athleten zeigen. Stadler hatte sich nach der Wahl zum «Sportler des Jahres» im Januar beklagt, dass er nur Neunter geworden und damit hinter dem dreifachen Paralympics-Sieger Wojtek Czyz (Fünfter) gelandet war.

 

   Allerdings nahm Stadler nicht - wie ursprünglich geplant - selber an dem zehn Kilometer langen Stadtlauf in württembergischen Krautheim teil. Er fuhr stattdessen wegen einer leichten Verletzung, die er sich beim Ironman Germany in Frankfurt zugezogen hatte, im Safety-Car vorne weg. «Es ist wichtig, dass ich hier bin und mich zeige», sagte der in Wertheim geborene Triathlet.

 

   Er hatte bereits im Januar nach seinen empörenden Aussagen dem ausrichtenden Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) seine Teilnahme in Krautheim zugesagt. «Ich bin hier durchweg positiv aufgenommen worden», Nach der Veranstaltung blieb Stadler länger als geplant, schrieb Autogramme und unterhielt sich mit den Behindertensportlern. «Die Leistung, die diese Sportler bringen, ist phänomenal».

 

   Stadler hatte Anfang Januar in einem Interview beklagt, dass er bei der Wahl zum «Sportler des Jahres» mit seinem neunten Rang vier Plätze hinter dem beinamputierten dreifachen Paralympics-Sieger Czyz gelandet war. Selbst Bundeskanzler Schröder hatte die Attacke scharf verurteilt und von einem «ganz bösen, ja bösartigen Foul» gesprochen. Stadlers Verein, die MTG Mannheim, hatte ihn kurzzeitig suspendiert. «Seit Wojtek Czyz meine Entschuldigung angenommen hat, haben wir regelmäßigen Kontakt. Das Treffen bei ihm in Wattenscheid steht aber noch aus. Es wird irgendwann nach dem Ironman stattfingen», sagte Stadler, der seinen Titel am 15. Oktober in Hawaii verteidigen möchte.

 

   Bereits nach seinem ersten Platz beim Frankfurter Ironman im Juli hatte Stadler als Wiedergutmachung sein Siegerrad von Hawaii im Internet verkauft und 4910 Euro für behinderte Nachwuchssportler gespendet. «Ich bin in dieser Zeit gereift und sehe meine Fehler auch als wichtige Erfahrung. Ich bin eine Person des öffentlichen Interesses geworden und muss aufpassen, was ich sage», sagte Stadler und fügte hinzu: «Zuerst war ich der große Held von Hawaii, dann begehe ich so einen Fehler aus einem emotionalen Moment heraus und plötzlich bin ich der Buhmann. Dabei sind viele behinderte Sportler langjährige Freunde von mir und wissen, dass ich das anders gemeint habe», erklärte Norman Stadler.

 

   In Krautheim haben beide Seiten von Stadlers Teilnahme profitiert: Er selbst erhielt eine Plattform zur Wiedergutmachung, die Veranstalter indes schrieben Rekordteilnehmerzahlen. 200 Teilnehmer waren beim integrativen Stadtlauf am Start. In den Jahren zuvor haben bei allen Veranstaltungen in vier Tagen nur rund 250 Sportler teilgenommen.

 

dpa mb rf yysw ze

 

 

071500 Aug 05

 

 

 

 

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