Touristen «entern» Seemannsheim am Michel - neue Einnahmequelle
   Hamburg, 26. Juni 2008  (dpa) Das Seemannsheim am Hamburger Michel wird
zunehmend auch von Touristen gebucht. Mehr als 20 Prozent der
Übernachtungsgäste seien inzwischen Besucher, die mit der Schifffahrt
nichts zu tun haben, sagte die Geschäftsführerin der Seemannsmission
am Krayenkamp, Gisela Weber, am Donnerstag bei der Vorstellung des
Jahresberichts 2007. Die Übernachtungen von Seeleuten am Krayenkamp
seien aber auch gestiegen - auf 22 806. Das habe zu einer Auslastung
der 120 Betten von 78 Prozent geführt, deutlich mehr als noch vor
fünf Jahren.

   Die Einnahmen des Seemannsheims durch die besser zahlenden
Touristen machen inzwischen ein Drittel aus, betonte Weber. Während
Seeleute nur elf Euro für ein Bett bezahlten müssten, koste ein
Doppelzimmer für Touristen vis-à-vis vom Michel rund 80 Euro mit
Frühstück. «Wenn Seeleute obdachlos werden, keine Heuer bekommen und
fern von zu Haus Hilfe oder einfach ein Dach über dem Kopf brauchen,
ist das Seemannsheim erste Anlaufstelle.» Insgesamt 5 303 Seeleute
aus aller Welt nutzten dieses Angebot im vergangenen Jahr. Einige von
ihnen bleiben gleich ganz.

   Es gebe Dauergäste im vierten Stock des Gebäudes, die nicht mehr
vermittelbar seien oder auf ihre Rente warteten, sagte
Mitgeschäftsführerin Ina Peschke. Aufgabe der Seemannsmission ist
nach ihren Worten auch die Unterstützung bei der Suche nach einer
neuen Reederei. Auch würden viele psychosoziale Gespräche geführt,
denn Seeleute seien oft viele Monate lang von zu Hause weg und nicht
selten sehr einsam.


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