STADT FRANKFURT AM MAIN WOCHENDIENST VOM 1. NOVEMBER



Bild des Modells einer Weltkugel am Mainufer - © Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt

Stadt, Ufer, Fluss

Schöne neue Mainuferpromenade verbindet Natur und Technik

 

Seit 1999 saniert das Frankfurter Grünflächenamt die Mainufer. Zwischen West- und Osthafen ist über sieben Kilometer hinweg eine Mainlandschaft entstanden, in deren Mittelpunkt das mediterrane „Nizza“ liegt. Zur Weltmeisterschaft 2006 wird die „Mainarena“ zusammen mit der kunstvoll angestrahlten Skyline eine Hauptattraktion für die Besucher der Stadt werden.

 

Frankfurt am Main (pia/1.11.05) An der Weseler Werft im Osten Frankfurts. Ein alter Mann sitzt auf einer Bank, blickt auf den Fluss, den die Oktobersonne in ein glitzerndes Band verwandelt. Im Hintergrund erhebt sich die Großmarkthalle, alle fünf Minuten fliegt ein Flugzeug über sie hinweg. Im Süden zeichnet sich die Silhouette der Skyline schroff gegen den blauen Himmel ab. Viele Menschen sind an diesem sonnigen Tag am Mainufer unterwegs, flanieren, fahren Rad und entspannen.

 

Die Symbiose von Fluss, Ufer und Stadtsilhouette, von Natur und Technik hier am Ufer zwischen der Großmarkthalle im Osten und dem Westhafen ist in dieser Form in Deutschland einmalig. „Das war nicht immer so“, blickt Stephan Heldmann, der Leiter des Frankfurter Grünflächenamtes, zurück. „Am Deutschherrn-ufer auf der Sachsenhäuser Mainseite, gegenüber der Weseler Werft, waren früher Parkplätze - heute kann sich das keiner mehr vorstellen“, sagt der Mann, der mit seinem Mitarbeiterteam bei der Stadt Frankfurt für die Sanierung des Mainufers verantwortlich ist. Über lange Jahre hinweg war der Main fast aus dem Bewusstsein der Frankfurter verschwunden. Seit 1999 saniert das Grünflächenamt nun die Ufer. Damit Bilder wie das des alten Mannes an der Weseler Werft keine Seltenheit bleiben. Damit die Gäste aus der ganzen Welt, die die Mainstadt 2006 zur Weltmeisterschaft willkommen heißen will, Frankfurts pulsierende Lebensader genießen können.

 

Dank der gemeinsamen Initiative von Grünflächenamt und Stadtplanungsamt konnten die Uferzonen des Mains an vier Stellen erweitert werden: an der Weseler Werft, am Westhafen, Deutschherrnufer und am Theodor-Stern-Kai - alles Flächen, die für die Öffentlichkeit noch vor wenigen Jahren nicht nutzbar waren. Jetzt zieht sich die grüne Flanierzone über mehr als sieben Kilometer am Fluss entlang. Dass Skater, Radfahrer, Spaziergänger und Sonnenanbeter am Main ihrem lustvollen Zeitvertreib nachgehen können, hat erst der im Zuge der Mainufersanierung durchgängig befestigte und auch nachts beleuchtete Uferweg von der Weseler Werft bis zum Westhafen ermöglicht.

 

„Nicht alles muss neu angelegt werden“, berichtet Heldmann, „die Verbindung von Alt und Neu ist spannend und macht die Uferanlagen einmalig.“ Daher findet man noch heute an der Weseler Werft zwischen Pflastersteinen und Rasen einen alten Verladekran - ein Kontrast, der die Verbindung von alt und neu sichtbar macht. Nachts werden die Brücken beleuchtet, womit Frankfurt neben der beleuchteten Skyline ein weiteres visuelles Glanzlicht aufgesetzt wird.

 

Das Herzstück der Uferpromenade ist das so genannte „Nizza“, älteren Frankfurtern vor allem deshalb in Erinnerung, weil auf der Rollschuhbahn in unmittelbarer Nähe einst Eislauflegende Marika Kilius ihre Runden drehte. Das „Nizza“ ist mittlerweile der „größte öffentlich zugängliche mediterrane Garten nördlich der Alpen“, so Heldmann. Nicht zuletzt durch die Südausrichtung und den schützenden Mauerabsatz zur Uferstraße herrscht ein Kleinklima, in dem unzählige Pflanzen aus dem Mittelmeerraum gedeihen. Exotische Gewächse wie Steinlinden, panaschierter Ahorn und ein Mammutbaum drängen sich hier an den Fluss. 30.000 Euro wurden in überwinterungsfähige und hochwasserresistente Pflanzen investiert, die nun von den Gärtnern des Grünflächenamts gepflegt werden. Nur wenige Meter weiter könnten die Kontraste unterschiedlicher nicht sein: Auf das beschauliche „Nizza“, das Urlaubsgefühle auslöst, folgen avantgardistisch anmutende Wohn- und Bürogebäude, die an der Mole des Westhafens entstanden sind.

 

Zum großen Auftritt kommt es im Juni 2006, wenn der Main bei der Fußball-Weltmeisterschaft für die Dauer der Wettkämpfe als „Mainarena“ zur Bühne wird: In der Flussmitte schwimmen dann Großbild-Leinwände auf einem Ponton, und vom Ufer aus können bis zu 15.000 Fans die Spiele kostenlos verfolgen. Die Skyline bildet dabei die Hintergrundkulisse: An drei Abenden werden 45 Minuten lang Bilder von Fußball-Stars sowie Lichtinstallationen - begleitet von Musik - auf elf Hochhäuser projiziert. 40 Hochleistungsprojektoren kommen dabei zum Einsatz, verändern und bereichern die Außenhaut der Türme durch „erzählende“ Bilder, verknüpfen die einzigartige Kulisse der Bankenmetropole mit dem Mythos Fußball.

 

Der alte Mann an der Weseler Werft freut sich noch immer am Treiben um ihn herum. Ihm kommt es so vor, als sei die Uferpromenade schon immer so gewesen, er ist „stolz auf sein Mainufer“. Für Stephan Heldmann ist dies ein großer Erfolg. „Wenn ich Betriebswirtschaftler wäre, würde ich sagen, dass der Laden läuft!“   

 

Susanne Gilg

 

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