Ernst Lubitsch und Greta Garbo online

Das virtuelle Gedächtnis des deutschen Films entstand in Frankfurt am Main

 

Auf der Berlinale erfolgte der Startschuss: Am 11. Februar geht filmportal.de, die zentrale Internetplattform zum deutschen Film ans Netz. Entwickelt wurde das Portal vom Deutschen Filminstitut in Frankfurt in Zusammenarbeit mit CineGraph Hamburg. Zum Start werden Informationen zu 30.000 Filmen und rund 100.000 Personen zur Verfügung stehen.

 

Frankfurt am Main (pia/ 8.2.05) Etwas mehr als 100 Jahre ist es her, dass in Paris und in Berlin die ersten „laufenden Bilder“ einer überraschten Öffentlichkeit gezeigt wurden. Seitdem hat sich der Film als der Geschichtenerzähler und auch als Geschichtsdokument der Menschen entwickelt und beeinflusst sie wie kein anderes Medium. Zwar ist der Film inzwischen als „Kunst“ anerkannt, doch hat er noch immer nicht den Stellenwert erreicht, dessen sich das Theater sicher sein kann. Ein neues Internetportal soll jetzt das umfassende Wissen über den deutschen Film einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und dazu beitragen, dass der Film auch als „Kunstwerk“ seinen ihm gebührenden Rang in der kulturpolitischen Diskussion erhält.

 

Auf der Berlinale wird das Deutsche Filminstitut (DIF) aus Frankfurt am Main am 11. Februar sein großes neues Internet-Filmportal zur Geschichte des deutschen Films feierlich eröffnen. „Wir wollen nicht ein weiteres Filmlexikon bereitstellen, sondern die Filme im Zusammenhang ihrer Entstehungszeit präsentieren und auch Kritiken der Filme zugänglich machen“, erläutert die Direktorin des DIF, Claudia Dillmann, die Grundidee des neuen Internetportals.

 

Durch das „neue“ Medium Internet kann eine ganz besondere Informationsbreite und -tiefe erreicht werden. Ohne wie früher in Karteikästen kramen zu müssen, können sich die Nutzer beispielsweise die 162 Mitwirkenden in Schlöndorffs Verfilmung der „Blechtrommel“ oder sämtliche Schauspieler, die jemals Bismarck im Film verkörpert haben, per Mausklick auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Die Datenbank kann man aber nicht nur nach Filmtiteln, Schauspielern und Genres durchforsten, sondern auch nach Zeiträumen und Themen wie zum Beispiel „Film in der deutschen Kaiserzeit“, „Film und Migration“, „Der jüdische Humor“ oder nach Produktionsfirmen. Die Finanzierung des Portals wurde vom Bund, dem Land Hessen, der Filmförderungsanstalt und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung sichergestellt. Die erste Entwicklungsstufe, die jetzt auf der Berlinale vorgestellt wird, hat rund 1,2 Millionen Euro gekostet. Sie ermöglicht den Zugang zu 30.000 Filmen und 100.000 Namen. Eine Auswahl von rund 3.000 Filmen steht mit vollständigen Filmografien, Inhaltsangaben, Fotos, Plakaten und Interviews sowie Portraits zur Verfügung.

 

In der zweiten Phase werden nicht nur „die sicherlich vielfältigen Korrektur- und Ergänzungswünsche des Publikums berücksichtigt“, wie Claudia Dillmann berichtet, sondern in den kommenden eineinhalb Jahren werden neben weiteren Filmen aus den fünfziger Jahren und dem Neuen Deutschen Film auch weitere wichtige Zeitschriftenbeiträge zum deutschen Film oder Rezensionen aus großen deutschen Tageszeitungen aufgenommen sowie Angaben über die Verleihrechte. Auch bewegte Bilder, Filmausschnitte, Trailer und Werbefilme sollen dann im Netz zur Ansicht bereit stehen. In einem eigenen Bereich wird man auch Informationen darüber finden, welche deutschen Filme wo als DVD oder Video zu welchem Preis gekauft werden können.

 

Der Aufbau dieser bislang umfangreichsten Datenbank wurde durch die Kooperation des Deutschen Filminstituts mit dem Hamburgischen Zentrum für Filmforschung, CineGraph, realisiert. Die jahrzehntelang gewachsenen Datenbanken beider Institutionen haben den Grundstock für das Portal geliefert. Zielgruppe für den Internetauftritt sollen neben denjenigen, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Film befassen, auch die „ganz normalen Kinogänger“ sein. Sie können sich in der zweiten Ausbauphase in einem eigenen Filmkalender über die Sendezeiten wichtiger deutscher Filme im Fernsehen oder über Filmstarts in bundesdeutschen Kinos informieren. Auch Filmmuseen und Filmhochschulen, Förderanstalten, Produktionsfirmen oder Filmverbände sind hier zu finden.

 

Aus der Frankfurter Filmwelt gibt es noch eine weitere gute Nachricht für alle Kinofans: Für die in der Mainmetropole produzierten Filme haben das Filmhaus Frankfurt, das Frankfurter Forum für Kommunikation und die Cinestar Kinos die Reihe „Frankfurt screenings“ etabliert. Alle sechs Wochen werden unter diesem Titel entweder Filme zu Themenabenden zusammengefasst, wie etwa „Werbefilme“, oder aber es präsentieren Filmhochschulen der Region, freie Produzenten und Filmkünstler ihre aktuellen Produktionen, um sich im Anschluss auch der Diskussion mit dem Publikum zu stellen.

                                                                                   Hermann Wygoda

 

 

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