Stern Umwelt Donnerstag, 15. März 2007 Seite 80

Essay
Die Stunde der Wahrheit
Mit seiner Klimakampagne hat
Al
Gore Amerika wachgerüttelt. Ganz im Stil Hollywoods verspricht der Oscar-Gewinner in seinem
Essay : Gemeinsam könnt ihr die Welt retten und zu Helden werden
Es gehört zum Wesen von Klischees, dass sie oft überstrapaziert werden. Aber es gibt Ausnahmen. Ich habe hier ein solches Klischee, eines,
das Ihre Aufmerksamkeit verdient, denn es hilft uns, die größte Herausforderung zu begreifen, vor der die Menschheit jemals gestanden hat.

Es ist der chinesische Ausdruck für "Krise". Er besteht aus zwei Schriftzeichen:
Das erste Zeichen bedeutet "Gefahr"; das zweite steht für "Chance".
Der rasante Zuwachs an Schadstoffen in der Erdatmosphäre, die zur globalen Erwärmung beitragen, konfrontiert die Menschheit mit einer Krise,
einer Krise, so groß, wie sie unsere Zivilisation noch nie erlebt hat. Doch so gefährlich diese Klimakatastrophe auch sein mag, sie birgt
auch nie da gewesene Chancen.
Bevor wir diese allerdings nutzen können, müssen wir erst die Gefahr erkennen und uns fragen, wie es kommt, dass wir in den USA uns so
schwer damit tun, uns dieser Gefahr bewusst zu werden.
Zuweilen scheint die Klimakatastrophe ein schleichender Prozess. Doch tatsächlich erleben wir eine planetarische Notsituation. Alle Zeichen
deuten darauf hin, dass unsere Welt eine ganze Reihe von Katastrophen erleben wird, Hurrikane, noch tödlicher als "Katrina", sowohl im
Atlantik als auch im Pazifik - wenn wir nicht umgehend und beherzt gegen die Ursachen der Erderwärmung vorgehen.
Wir sind schon dabei, so gut wie alle Gletscher dieser Welt zum Schmelzen zu bringen: in den Rocky Mountains, den Sierras, den Anden, den
Alpen und - das ist besonders bedrohlich - auf dem Dach der Welt. Die massiven Eisfelder der Tibetischen Hochebene enthalten hundertmal
mehr Eis als die Alpen. Von ihnen stammt fast die Hälfte des Trinkwassers für 40 Prozent der Weltbevölkerung; sieben Flusssysteme haben
dort ihren Ursprung: Indus, Ganges, Brahmaputra, Saluen, Mekong, Jangtse und Gelber Fluss.
Noch entscheidender ist, mit welch rasender Geschwindigkeit das Eis der Arktis schwindet. Wissenschaftler haben entdeckt, dass eine
erhebliche Zahl an Eisbären ertrank, weil die Entfernung zwischen der arktischen Küste und dem Rand der Eiskappe zum Teil auf mehr als 60
Kilometer gewachsen ist.
Die relativ dünne, aber riesige Eisschicht, die auf dem Polarmeer schwimmt, hilft unseren Planeten zu kühlen, indem sie einen Großteil des
Sonnenlichts reflektiert, das sechs Monate im Jahr auf die Arktis scheint. Die Fläche ist größer als die Vereinigten Staaten. Doch dieser
Spiegel hat Löcher bekommen, in denen nun das Meer den Großteil der Sonnenenergie absorbiert, sodass im Norden unseres Planeten die
Temperaturen viel schneller steigen als anderswo.
Das mächtige, 3000 Meter dicke grönländische Festlandeis hat begonnen zu schmelzen und womöglich instabil zu werden, genauso wie die
gigantischen Eismassen der westlichen Antarktis, die ins Meer zu rutschen drohten, würden sie nicht von den Spitzen einiger Inseln
gehalten.
Sollte nur eine dieser massiven Eisschichten schmelzen oder auseinanderbrechen und ins Meer stürzen, würde der Wasserspiegel weltweit um
mehr als sechs Meter steigen.
Lange hieß es, die größte Eismasse auf unserem Planeten - die östliche Antarktis - würde auch bei einer Erderwärmung weiterhin wachsen.
Jedenfalls hieß es das bis vor einigen Monaten, als eine neue wissenschaftliche Studie ergab, dass auch diese Eismasse bald schmelzen
könnte.
Unser gesamtes Klima auf der Erde wird bestimmt vom Zusammenspiel der globalen Wind- und Ozeansysteme. Nun wächst die Sorge, dass dieser
relativ stabile Zyklus, der seit der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren die Hitze der Tropen an die Pole verteilt, vor radikalen und
zerstörerischen Veränderungen steht. Der Golfstrom, der Monsunzyklus im Indischen Ozean, das El-Niño- /La-Niña-Phänomen im Ostpazifik und
der Jetstream sowie andere Kreislaufsysteme sind gefährdet und drohen von neuen, ungewohnten Zyklen verdrängt zu werden.
Die globale Erwärmung, zusammen mit dem Abholzen und Abbrennen der Wälder und der Zerstörung anderer lebenswichtiger Biotope, verursacht den
Verlust von Lebensarten in einer Geschwindigkeit, die vergleichbar ist mit dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Das, so
mutmaßen die meisten Wissenschaftler, sei von einem riesigen Asteroiden ausgelöst worden, der mit der Erde kollidierte. Diesmal ist es kein
Asteroid, der für den verheerenden Schaden verantwortlich ist; wir sind es selbst. Rücksichtslos schleudern wir so viel Kohlendioxid in die
Atmosphäre, dass wir buchstäblich die Beziehung zwischen der Erde und der Sonne verändert haben, das Energiegleichgewicht zwischen unserem
Planeten und dem Rest des Universums. Die Erde strahlt weniger Wärme zurück. Empfindliche Lebenssysteme welken, schmelzen, trocknen aus und
verdorren.
Die Erdoberfläche besteht zu mehr als 70 Prozent aus Ozeanen.
Eine Reihe neuer, umfangreicher Studien belegt, dass die Weltmeere etwa ein Drittel der Kohlendioxid-Menge, die wir durch das Verbrennen
fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre jagen, absorbieren.
Infolgedessen versauern die Weltmeere. Kohlensäure ist nur eine relativ schwache Säure, aber ihre Gesamtmenge hat bereits den Mix der
Karbonat- und Bikarbonat-Ionen in den Ozeanen verändert. Das stört die Korallen, Kalkskelette zu bilden, die Lebensbasis mehrerer
Nahrungsketten in den Meeren. Noch bedrohlicher ist die Tatsache, dass viele Meeresorganismen, groß und klein, bald nicht mehr in der Lage
sein werden, Schalen zu bilden, weil sie sich im übersäuerten Meerwasser auflösen, ähnlich wie Kreide (auch ein Kalziumkarbonat) in Essig -
wenn wir die Mengen von Kohlesäure nicht reduzieren, die wir den Weltmeeren fortgesetzt aufbürden.Wenn wir so weitermachen, haben die
Weltmeere bald wieder einen pH-Wert wie vor 300 Millionen Jahren, als die Erde noch nichts gemein hatte mit dem Planeten, der die Gattung
Mensch gebar und nährte.
Es mag unglaublich klingen, aber diese Entwicklung kann bereits zu Lebzeiten unserer Kinder eintreten - wenn wir nicht umgehend und beherzt
handeln. Noch unglaublicher klingen allerdings die Warnrufe einiger der führenden Wissenschaftler, die behaupten, dass wir bereits
innerhalb der nächsten zehn Jahre an einen Punkt gelangen, von dem aus es kein Zurück mehr gibt.
Die Botschaft ist unmissverständlich. Diese Krise bedeutet Gefahr!
Doch bevor wir der Gefahr begegnen, bevor wir unsere Chancen ergreifen, müssen wir erst einmal erkennen, dass wir mit einer Krise
konfrontiert sind. Wie kann es sein, dass unsere Führer die Alarmsignale nicht hören? Wehren sie sich dagegen, weil sie wissen, dass das
Eingeständnis der Wahrheit die moralische Pflicht zum Handeln nach sich zieht? Ist es nicht einfacher, die Warnungen zu ignorieren?
Vielleicht. Aber unbequeme Wahrheiten verschwinden nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Im Gegenteil.
Am 6. August 2001 beispielsweise wurde die US-Regierung vor einem drohenden
Al -Qaeda-Angriff gewarnt. "Bin Laden fest entschlossen die USA anzugreifen" hieß es in den Bulletins der Nachrichtendienste. An jenem
Tag, fünf Wochen vor den Anschlägen des 11. September, war das die Schlagzeile in der Lagebesprechung des Präsidenten. Hat er diese klare
Warnung nicht verstanden?
Warum wurden keine Fragen gestellt, Sitzungen einberufen, Beweise zusammengetragen, warum wurde die Sache nicht geprüft?
Die Bibel sagt: "Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst." (Wenn der Weitblick fehlt, geht es zugrunde, d. Red.)
Vier Jahre später, im August 2005, als Hurrikan "Katrina" über die ungewöhnlich warmen Gewässer des Golfs von Mexiko stürmte und zu einem
tödlichen Monster heranwuchs, das zwei Tage später New Orleans verwüstete, erhielt die US-Regierung wieder eine klare Warnung: Die Deiche -
gebaut, um die Stadt vor kleineren, weniger mächtigen Wirbelstürmen zu schützen - waren in ernster Gefahr. Doch auch diese Warnung wurde
ignoriert.
Aus der Videoaufzeichnung einer der Krisensitzungen geht hervor, dass der Präsident zwar die Mahnungen hörte, aber - wieder - keine Fragen
stellte.
Dies ist keine von Parteiinteressen geleitete Analyse. Auch ein Bericht der Republikaner im Repräsentantenhaus sprach von Verblendung und
bescheinigte dem Weißen Haus bei "Katrina" einen "Mangel an Bewusstsein für den Ernst der Lage". Der republikanische Abgeordnete Tom Davis
aus Virginia, Vorsitzender des Komitees für Regierungsreformen und Autor des Berichts, sagte:
"Trotz der Fülle der zur Verfügung stehenden Informationen handelte das Weiße Haus nicht." Verbunden mit "planlosen Maßnahmen", so der
Report, hat das Versäumnis des Präsidenten, die Gefahr zu erkennen, "den Horror von ,Katrina' unnötigerweise verschlimmert und verlängert".

Wenn Verblendung zum Mangel an Bewusstsein für den Ernst der Lage führt, geht ein Volk zugrunde.
Vor beinahe 70 Jahren, als sich ein schrecklicher Sturm der anderen Art über Europa zusammenbraute, fand es der britische Premierminister
Neville Chamberlain auch unbequem, die Wahrheit zu erkennen - die ungeheure Gefahr, die von den Nazis ausging.
Winston Churchill kritisierte daraufhin die Regierung wegen ihrer Verblendung, ihrem Mangel an Bewusstsein für den Ernst der Lage: "So gehen
sie denn weiter in ihrem sonderbaren Paradoxon. Entschieden nur darin, nichts zu entscheiden, entschlossen unentschlossen zu sein;
stahlhart im Nachgeben, eisern den Dingen ihren Lauf lassend, allmächtig in ihrer Ohnmacht." Nach der Appeasement-Konferenz von München
sagte Churchill: "Dieses ist nur der erste kleine Schluck, ein Vorgeschmack auf einen bitteren Kelch, der uns Jahr für Jahr gereicht wird -
es sei denn, wir beleben unser moralisches Bewusstsein und unsere kriegerische Macht und beziehen klare Stellung für die Freiheit." Dann
warnte er prophetisch: "Die Zeit des Zauderns, der halbherzigen Maßnahmen, der Ausreden, der Selbsttäuschung und der Verzögerungen geht dem
Ende zu. Stattdessen treten wir ein in eine Periode der Konsequenzen." Heutzutage häufen sich die Warnsignale, dass wir auf die schlimmste
Katastrophe in der Geschichte der Menschheit zusteuern.
Auch diesen Alarmsignalen begegnen sowohl der Kongress als auch die Regierung verblendet, mit einem Mangel an Bewusstsein für den Ernst der
Lage.
Nach der Tragödie von Hurrikan "Katrina" glauben nun viele Amerikaner, dass wir eingetreten sind in eine Periode der Konsequenzen - dass
"Katrina" der erste Schluck war aus einem bitteren Kelch, der uns Jahr für Jahr gereicht wird, bis wir endlich handeln und uns von der
Erkenntnis leiten lassen, die wir verdrängt haben. Und sie erwarten, dass die Regierung der Wahrheit ins Auge sieht, egal wie unbequem sie
für uns alle sein mag - und speziell für jene Interessengruppen, denen es lieber wäre, wir würden die Erderwärmung ignorieren.
Zu einer Zeit, in der unser Land vor seiner größten Belastungsprobe stand, sagte Abraham Lincoln: "Wir müssen uns befreien, dann werden wir
auch unser Land retten." Amerika wird langsam wach. Wir werden unseren Planeten retten.
Jetzt wird es Zeit für die gute Nachricht: Wir können diese Krise abwenden.Wenn wir endlich den Ernst der Lage erkennen und beherzt der
Gefahr begegnen, werden wir feststellen, dass wir eine einmalige Chance haben.
Ich meine damit nicht nur neue Jobs und zusätzlichen Profit, obwohl es auch das reichlich geben wird. Heute verfügen wir über alle
notwendigen Technologien, um gegen die Erderwärmung anzukämpfen.
Wir können saubere Motoren bauen, wir können Sonne und Wind nutzen. Wir können die Energieverschwendung stoppen. Wir können die reichlich
vorhandenen Kohlevorräte der Erde nutzen, ohne den Planeten aufzuheizen.
Die Zauderer und die Leugner wollen uns weismachen, dass dieser Prozess schmerzhaft und teuer wird. Aber in den vergangenen Jahren haben
Dutzende von Firmen ihre Schadstoffemissionen reduziert und dabei auch noch Geld gespart. Einige der weltgrößten Unternehmen setzen alle
Hebel in Bewegung, um sich das Zukunftsgeschäft mit sauberer Energie zu sichern.
Doch es gibt weit Wertvolleres als wirtschaftlichen Gewinn.
Diese Krise gibt uns die Chance, eine historische Bewährungsprobe zu bestehen und die Mission einer Generation zu erfüllen. Wir haben die
seltene Chance, eine gemeinsame und verbindende Aufgabe zu bewältigen, und das im Hochgefühl eines überzeugenden, moralischen Zieles. Und
die Faszination zu erleben, alles Kleinkarierte beiseitezuräumen, alle Konflikte, die unser Bedürfnis nach etwas Großartigem sonst so oft
blockieren.
Es ist die Chance, über uns selbst hinauszuwachsen.
Wenn wir uns tatsächlich erheben, wird uns das bereichern und uns zusammenschweißen.
Diejenigen, die am Zynismus und der Verzweiflung der heutigen Zeit ersticken, werden frei atmen können. Diejenigen, die keinen Sinn im Leben
mehr entdecken können, werden Hoffnung schöpfen.
Wenn wir uns erheben, werden wir eine Offenbarung erleben, wir werden entdecken, dass diese Krise nichts mit Politik zu tun hat. Es ist eine
moralische und spirituelle Herausforderung.
Auf dem Spiel stehen das Überleben unserer Zivilisation sowie die Bewohnbarkeit unserer Erde. Oder, wie ein hoch angesehener Wissenschaftler
sagt: Die Frage wird sein, ob eine Greifhand mit Daumen und ein Großhirn auf diesem Planeten eine existenzfähige Kombination darstellen.
Unsere neue Erkenntnis darüber, wer wir eigentlich sind, wird uns die moralische Kompetenz verleihen, andere dringende Probleme zu begreifen
und anzugehen, die ebenfalls moralische Herausforderungen mit praktischen Lösungen sind: HIV/Aids sowie andere Pandemien, die große Teile
der menschlichen Bevölkerung dahinraffen; die weltweite Armut, die anhaltende Umverteilung der Reichtümer dieser Welt von den Armen zu den
Reichen; der Genozid in Darfur, die Hungersnöte in anderen Teilen Afrikas, die andauernden Bürgerkriege, die Überfischung der Meere,
gestörte Familien, Gemeinschaften ohne Solidarität, die Aushöhlung der Demokratie in den USA und die Refeudalisierung der Gesellschaft.
Betrachten wir doch noch mal, was passierte, als unsere Welt vor der Krise des globalen Faschismus stand.
Als England und dann die Vereinigten Staaten sich mit den Alliierten letztendlich doch erhoben, um der Drohung entgegenzutreten, gewannen
wir gleichzeitig die zwei Kriege in Europa und im Pazifik. Nach dem Ende dieser schrecklichen Kriege hatten die Alliierten die moralische
Autorität und den Weitblick, den Marshallplan ins Leben zu rufen - und die Steuerzahler davon zu überzeugen, das Ganze zu bezahlen!
Sie waren so klug und weise, Japan und Europa wieder aufzubauen und die Erneuerung genau jener Nationen in Gang zu setzen, die sie kurz
zuvor im Krieg besiegt hatten. Damit schafften sie die Voraussetzung für 50 Jahre Frieden und Wohlstand.
Ein Kommandeur der US-Armee, General Omar Bradley, sagte am Ende des Zweiten Weltkrieges: "Es wird Zeit, nach den Sternen zu steuern und
nicht mehr nach den Lichtern jedes vorbeifahrenden Schiffes." Das ist nun auch unsere Aufgabe. Der entscheidende Moment ist gekommen.
Letztendlich geht es nicht um wissenschaftliche Diskussionen oder politische Debatten; es geht darum, wer wir als Menschen sind. Es geht
darum, ob wir in der Lage sind, über unsere Grenzen hinauszuwachsen. Gefragt ist jetzt die Fähigkeit, ebenso nach unseren Herzen zu handeln
wie nach unserem Verstand. Es ist eine moralische, ethische und spirituelle Herausforderung.
So wenig, wie wir diese Herausforderung ignorieren können, so wenig sollten wir sie fürchten. Wir sollten beides begrüßen. Sowohl die Gefahr
als auch die Chance. Dann werden wir es schaffen - weil wir es müssen.
In der Vergangenheit haben wir uns anderen großen Herausforderungen gestellt. Wir haben unsere Freiheit deklariert und dafür gekämpft. Wir
haben eine neue Staatsform geschaffen. Wir haben die Sklaven befreit. Wir gaben Frauen das Wahlrecht. Wir kämpften gegen Diskriminierung
und Rassentrennung. Wir haben ein Heilmittel gegen Kinderlähmung gefunden und die Pocken besiegt. Wir sind auf dem Mond gelandet, haben den
Kommunismus überwunden und die Apartheid beendet.
Wir haben sogar eine globale Umweltkrise gelöst - das Loch in der Ozonschicht der Stratosphäre -, weil Republikaner und Demokraten, reiche
Nationen und arme, Geschäftsleute und Wissenschaftler alle gemeinsam an einer Lösung gearbeitet haben.
Was uns jetzt bevorsteht, ist die größtmögliche Krise - die uns allerdings auch eine beispiellose Chance bietet. Während wir uns der
historischen Herausforderung stellen, verspricht sie uns gleichzeitig Wohlstand, ein gemeinsames Ziel und die Wiederbelebung unserer
moralischen Autorität.
Wir sollten nicht warten. Wir können nicht warten. Wir dürfen nicht warten.
Das Einzige, was uns fehlt, ist der politische Wille. Doch in unserer Demokratie ist politischer Wille ein erneuerbarer Wertstoff.
Mit freundlicher Erlaubnis von
Al
Gore aus "Vanity Fair" USA, Green Issue, 2006. Übersetzung: Annette Streck
Die Warnsignale häufen sich


Erstellt: 16.10.2007 12:52

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