Die fünf Gebote für Seniorinnen und Senioren

 

Das erste Gebot:

 

Ihr sollt nicht immer von Krankheiten reden! Irgendwas plagt doch heut' einen Jeden. Ein bisschen Rheuma, schlechtes Gehör, verschlissene Knochen, das Gehen fällt schwer.

 

Der Kreislauf wird träger und schlechter das Sehen, so wie einst kann man nicht mehr zum Tanzen gehen. Ja, man ist alt, das Gedächtnis kriegt Sprünge,

 

es kommen noch mehr unangenehme Dinge. Trotzdem ist das Leben immer noch schön, man muss nur auch die kleinen Dinge seh'n: Wie die Schneeglöckchen so tapfer steh'n, Kinder sich beim Spielen dreh'n. Osterglocken heraus sich schieben,

 

die Sträucher sich schmücken mit neuen Trieben. Und über allem lacht die Sonne.

 

Freunde, das Leben ist doch eine Wonne.

 

Das zweite Gebot:

 

Ihr sollt mit Eurer Rente nicht Sparen! Ihr habt sie erschuftet in all den Jahren.

 

Jetzt gönnt euch noch was schönes vom Leben, nicht alles sollt ihr den Enkeln geben.

 

Ihr habt nach dem Krieg mit Null angefangen, so ist es den Jungen noch nie ergangen.

 

Und immer ins gemachte Bett sich legen, ist nicht unbedingt und allweil ein Segen.

 

Haut mal auf die Pauke, macht es euch schön, wer weiß, wie die nächsten Tage ausseh'n. Doch noch lacht über allem die Sonne. Freunde, das Leben ist doch eine Wonne.

 

Das dritte Gebot:

 

Ihr sollt euch noch in der Welt umseh'n, nicht nur in den hiesigen Stadtgarten geh'n. Fahrt ins Gebirge oder auch an die See,

 

gönnt euch die Sonne, das Wasser, den Schnee. Es treibt euch niemand, jetzt habt ihr Zeit,

 

die Welt ist so schön und herrlich weit.

 

Auch ins Ausland zu fahren, ist kein Problem, mit Bus oder Bahn reist es sich bequem. Man besichtigt dabei manche tolle Stadt,

 

und genießt, was das Hotel zu bieten hat.

 

Dann erfreut jeden wieder die heimische Sonne. Freunde, das Leben ist doch eine Wonne!                                        

Das vierte Gebot:

 

Ihr sollt auch niemals resignieren,

 

lasst vom Gerede der Leute euch nicht irritieren. Seid ihr noch zusammen, ein älteres Paar,

 

seid dankbar dafür, es ist wunderbar. Einsamkeit kann oft schrecklich sein, sucht die Gesellschaft, bleibt nicht allein. Zusammen Leben, zusammen Reisen, zusammen ausgeh'n, zusammen toll speisen. Gebt Wärme, genießt Gemütlichkeit,

 

vor allem auch ein wenig Zärtlichkeit.

 

Es gibt nichts schöneres unter der Sonne. Freunde, das Leben ist doch eine Wonne.

 

Das fünfte Gebot:

 

Eure Hände sollt nicht in den Schoß ihr legen, ihr sollt so ihr könnt, Geist und Glieder bewegen.

 

Geht Schwimmen und Wandern, macht Gymnastik und Tanz, dann bleibt ihr Fit und es gibt Glanz.

 

Und so trainiert ihr den Verstand: Interessiert euch für alles Neue im Land. Die Welt dreht sich schneller als je zuvor, bei Diskussionen spitzt das Ohr,

 

sprecht mit den Jungen, so lernt ihr dazu,

 

denn der Geist braucht Bewegung und nicht die Ruh'. So steht ihr noch lang und frisch in der Sonne. Freunde, das Leben ist doch eine Wonne.

 

Johann Schmalz Nieder-Eschbach, den 18.12.2005

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