Gefühl für Motoren: Blinder Holländer repariert seit 30 Jahren Autos=

Amsterdam, 18. März 2009 (dpa) Mit acht Jahren verlor er bei einem Autounfall sein Augenlicht. Doch der Schicksalsschlag hielt den Niederländer Col
Collewijn nicht davon ab, den Beruf eines Automechanikers zu erlernen
- und seit nunmehr 30 Jahren auszuüben. «Solange mein Werkzeug am
richtigen Platz liegt und mir keine Schraube wegspringt, komme ich
bestens allein zurecht», zitierte die Zeitung «De Telegraaf» den
Jubilar am Mittwoch.

   Collewijn arbeitet in einer Autowerkstatt in der Gemeinde Nuis
(Provinz Groningen) zur vollen Zufriedenheit der Kunden. «Ich mache
alles nach Gehör und Gefühl», sagt er. Als er sich einst entschloss,
den Beruf eines Automechanikers anzustreben, hatte Collewijn schon
einige Erfahrung mit der Reparatur von Fahrrädern und auch mit der
Verschrottung alter Mopeds. Dennoch, so berichtete der Fachmann,
hätten ihn «viele für verrückt erklärt». «Du willst an Autos
herumbasteln?», hätten die Leute gefragt.

   Doch er habe sich nicht davon abbringen lassen, denn Autos seien
von Kind an sein Hobby gewesen. Längst bestätigen ihm seine Kollegen,
dass er für seine Arbeit trotz der schweren Benachteiligung kaum mehr
Zeit brauche als sie. «Anfangs habe ich viele Fehler gemacht, aber
ich habe jeden Tag dazugelernt. Und wenn man die Sache einmal im
Griff hat, dann klappt alles.» Gegenüber sehenden Mechanikern habe er
zudem einen nicht zu unterschätzenden Vorteil - schließlich könne er
ein Auto auch im Dunkeln reparieren.


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