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Bewunderte Sportlerinn und Sportler
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Blinde Goldmedaillengewinnerin Bentele in ihrer Heimat bejubelt Von Katy Cuko, dpa (Mit Bild) =

   Tettnang (dpa/lsw) - Die blinde Goldmedaillengewinnerin der Paralympics in Turin, Verena Bentele, ist am Donnerstagabend in ihrer Heimatgemeinde Tettnang (Bodenseekreis) stürmisch gefeiert worden.
Mit Pauken und Trompeten, sogar mit Böllerschüssen und einem kleinen Feuerwerk wurde die 24-Jährige begrüßt. Im Gemeindehaus im Ortsteil Laimnau jubelten etwa 150 Fans der erfolgreichen Olympionikin zu.

   Die von Geburt an blinde Bentele hatte in Turin zwei Goldmedaillen beim Biathlon auf der Kurzstrecke und beim Langlauf gewonnen. Dazu kam eine Bronzemedaille auf der Biathlon-Langstrecke. Bei der Schlussfeier in Turin am 19. März durfte die behinderte Ausnahmeathletin die deutsche Fahne tragen. In der oberitalienischen Metropole hatte ihr noch Bundespräsident Horst Köhler die Hand geschüttelt. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und SPD- Parteichef Matthias Platzeck hatten Grüße geschickt.

   Nachdem sie tagelang im Rampenlicht stand, beginnt für die Sportlerin nun wieder der normale Alltag. «Normal» ist ohnehin eines der Lieblingswörter von Bentele. Dass sie nichts sieht, hindert die Wintersportlerin nicht daran, ausgerechnet im Biathlon, aber auch im Skilanglauf olympisches Edelmetall zu sammeln.

   Bei ihren ersten Paralympics 1998 holte die damals 15-Jährige auf Anhieb Gold im Biathlon und verblüffte die Konkurrenz, die seither an der zielstrebigen Frau nicht vorbei kommt. «Ich bin gewinnsüchtig», bekennt sie. Vier Mal Gold bei den Paralympics 2002 in Salt Lake City als erfolgreichste deutsche Teilnehmerin waren diesmal nicht zu toppen. Aber über ihre Medaillen in Turin freut sie sich genauso.

   Aufgewachsen ist Bentele, die zwei ältere Brüder hat, auf einem Ökohof im Bodensee-Hinterland. Ihr Handicap hat Bentele nie davon abgehalten, etwas zu tun, wozu sie Lust hat - auch wenn die selbstbewusste und lebenslustige junge Frau immer Schützenhilfe braucht, wie beispielsweise das akustische Zielsystem am Schießstand oder ihren Begleitläufer in der Loipe. Sie geht Rad- und Rollschuhfahren, nennt als Hobbys Lesen oder Theater. «Ich gehe sogar gern ins Kino», erzählt sie. Ein normales Leben eben. «Rührseligkeit oder übertriebene Hilfsbedürftigkeit hasse ich», betont sie.

   Ehrgeizig stemmte sie das Abitur, studiert seit 2001 an der Münchner Universität nach drei Semestern Psychologie nun Germanistik.
Auf den Mund gefallen ist Bentele, die so schnell sprechen wie schießen kann, wahrlich nicht. Kein Wunder, dass sie sich später einen Job beispielsweise als Rhetorik-Trainerin für Sportler gut vorstellen kann.

   Vor den Winterspielen legte sie ein Semester Pause ein, zog zu ihrem Trainer und «Guide» Franz Lankes nach Ruhpolding, um sich dort am Olympiastützpunkt unter professionellen Bedingungen vorzubereiten.
«Das ist im Behindertensport die Ausnahme», erzählt sie. Nun will sie sich wieder ganz auf ihr Studium konzentrieren.

dpa ck/gm yysw mau

241053 Mrz 06

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Neuseeland/Leute/Freizeit/Behinderte/
Doppelt-Beinamputierter Neuseeländer will Mount Everest bezwingen =

   Wellington (dpa) - Fast ein Vierteljahrhundert nach dem Verlust seiner beiden Unterschenkel will der Neuseeländer Mark Inglis (47) mit dem Mount Everest den höchsten Berg der Welt bezwingen. Er werde an diesem Samstag nach Nepal aufbrechen und mit den Vorbereitungen für den im Mai geplanten Aufstieg beginnen, sagte der frühere Bergretter am Freitag dem Rundfunksender Radio New Zealand.

   Inglis und einem Bergkameraden waren 1982 wegen Erfrierungen jeweils beide Unterschenkel amputiert worden, nachdem sie wegen eines Schneesturms am neuseeländischen Mount Cook 14 Tage in einer Eishöhle gefangen gewesen waren. Nachdem er Spezialprothesen aus Kohlefaser erhalten hatte, nahm Inglis die Bergsteigerei wieder auf und erklomm
2002 den 3754 Meter hohen Mount Cook und zwei Jahre später den Cho Oyu (8201 Meter) an der Grenze zwischen Nepal und Tibet.

   Der Mount Everest sei nur etwa 650 Meter höher als der Cho Oyu, sagte Inglis Radio New Zealand. Den höchsten Gipfel der Welt zu besteigen, sei der Traum eines jeden jungen Bergsteigers in Neuseeland. «Ich dachte, es sei alles vorbei, als ich 1982 meine Beine verlor», berichtete er. Inzwischen sei alles anders. «Je höher ich komme, desto leichter wird es. Wenn ich klettere, empfinde ich mich weniger behindert, als wenn ich auf der Straße gehe.»

Internet: www.legsoneverest.com

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240838 Mrz 06


Erstellt: 24.03.2006 17:47   Aktualisiert: 24.03.2006 17:47
Autor: Keyvan Dahesch

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