Foto Dr. Renate Sterzel
zu sehen ist auf dem Bild im HochformatStadträtin Dr. Renate Sterzel (FDP) Lieber
Keyvan,

liebe Anni Dahesch,

Es ist mir eine große Freude, Euch im Namen der Oberbürgermeisterin, des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zu Eurem 140. Geburtstag gratulieren zu dürfen. Es ist eine Schande, dass der Ehrenplakettenträger der Stadt Frankfurt dieser Stadt den Rücken gekehrt hat und nun in Bad Homburg um Asyl gebeten hat. Aber die Stadt Frankfurt hat eine verzeihendes großes Herz und Ihr dürft natürlich trotzdem im Frankfurter Ratskeller Euren Geburtstag feiern.

Das Ehepaar Dahesch ist etwas Besonderes. Anni Dahesch hat schon 1993 die Silberne Ehrennadel des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bekommen, 2002 die Bundesverdienstmedaille und 2008 den Ehrenbrief des Landes Hessen (und den bekommt man nur, wenn man mindestens 12 Jahre in einem Verein tätig war). Keyvan Daheschs Liste der Auszeichnungen möchte ich hier nicht vorlesen, denn irgendwann wollen wir uns ja auch wieder mal unterhalten. Erwähnt sein soll aber, dass er 1996 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten hat und bereit 1988 zum Ehrenplakettenträger der Stadt Frankfurt bestimmt wurde.

Anni und Keyvan Dahesch sind nun keineswegs auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsen. Andere Blinde erhalten Hilfe, Keyvan hilft selbst, andere Blinde werden betreut, Keyvan treibt Sport, andere Behinderte müssen bedauert werden, Keyvan kann Depressive aufrichten. Ich kenne Keyvan , obwohl wir nicht derselben Partei angehören, schon lange aus der Kommunalpolitik. Er ist ein Realpolitiker, der sich immer an den Menschen orientiert und an den Erfolgen, die Politik für den Menschen bringt. Er hat ein feines Gespür für die Menschen egal welcher politischen Überzeugung sie angehören.

Aber außer Politik treiben wir auch zusammen Sport, wir walken früher öfter, jetzt noch ab und zu gemeinsam (so zwischen 5 und 6 nachmittags). Als es im Winter etwas dunkler um die Rückkehrzeit wurde und wir überlegten, etwas früher zu beginnen, munterte uns Keyvan auf:

"Dunkelheit macht nichts, ich kenne den Weg." Er ist derjenige, der die Scherze über die Blindschleichen macht, wenn wir zu langsam gehen.

Ich denke all die Gratulanten, die heute hier in beeindruckender Schar versammelt sind, kennen Keyvan und Anni und deshalb muss ich hier keine langen Reden halten. Wir hoffen alle zusammen, dass es Euch in Bad Homburg noch lange gut ergehen möge. Und es wird etwas von Euch bleiben, nämlich Eure tolle Stiftung. Viele Geschenke, die heute nicht geschenkt werden, sind hoffentlich dorthin geflossen. Herzlichen Glückwunsch von der Stadt Frankfurt.


Erstellt: 14.06.2012 19:48   Aktualisiert: 14.06.2012 19:51

Autorin: Renate Sterzel

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